Dieses Merkmal beschreibt individuelle Unterschiede in der Art und Weise, wie Gedanken und Gefühle, vor allem negativer Ausprägung, erlebt werden.

Resistent

Resistent zu sein bedeutet:

  • Sich nicht aus der Ruhe zu bringen lassen
  • Einen hohen Widerstand gegen negative Gefühle zu haben, Ängste, Sorgen, Stress und Unsicherheiten nicht so leicht an sich heranzulassen, aber Gefahren und Probleme daher oft nicht so schnell als solche wahrzunehmen
  • Ausgeglichen sein, und selten Stimmungsschwankungen oder negative Gefühle zu verspüren, bzw. sie gut unter Kontrolle zu haben.
  • Resistente Personen beschreiben sich selbst als sehr ruhig, ausgeglichen und sorgenfrei. Sie geraten auch in Stresssituationen nicht zu leicht aus der Fassung.
Empfindlich

Empfindlich zu sein bedeutet:

  • Häufig negative Gefühle, Ängste, Sorgen, Stress oder Unsicherheiten zu verspüren oder und nur einen geringen Widerstand gegen diese Dinge zu haben
  • Sich grundlos Gedanken über etwas zumachen, häufig nachgrübeln und Probleme in etwas sehen, wo objektiv oft gar keine sind
  • Schnell und stark emotional zu reagieren, Stimmungsschwankungen haben und seine negativen Gefühle nur schwer kontrollieren zu können
  • Personen mit niedrigen Stabilitätswerten geben häufiger an, sie seien leicht aus dem seelischen Gleichgewicht zu bringen. Sie berichten über viele Sorgen und geben häufig an, erschüttert, betroffen, beschämt, unsicher, verlegen, nervös, ängstlich oder traurig zu reagieren. Indessen wird empfindlichen Personen auch eine grössere Empathie und ein intensiveres Gefühlsleben zugeschrieben.

Woran erkennt man resistentes und empfindliches Verhalten?

R-Typen Em-Typen
  • Lassen sich nur schwer aus der Ruhe bringen
  • Sind meist gelassen
  • Sprechen selten davon, dass sie Angst haben oder sich Sorgen machen
  • Kommen gut mit Druck und Stress klar
  • Sind selten verstimmt oder schlecht gelaunt
  • Machen sich selten negative Gedanken
  • Nehmen Ängste und Sorgen anderer oft nicht richtig ernst
  • Wirken selbstsicher
  • Lassen sich leicht aus der Ruhe bringen
  • Sind oft nervös oder unruhig
  • Sprechen häufig davon, dass sie Angst haben oder sich Sorgen machen
  • Kommen nicht gut mit Druck und Stress klar
  • Fühlen sich häufig niedergeschlagen oder verstimmt
  • Grübeln häufig über ihre Fehler und Probleme, sind übervorsichtig oder besorgt
  • Zeigen Verständnis für Ängste und Sorgen anderer
  • Wirken unsicher
  • Dicke Haut: Probleme, Sorgen und Ängste nur selten verspüren und nicht an sich heranlassen
  • Innere Ruhe: Gelassen bleiben, egal was um einen herum gerade geht
  • Selbstbewusst: Selbstsicher mit anderen Menschen umgehen
  • Furchtlos: Auch mit gefährlichen und risikoreichen Situationen zurechtkommen
  • Alles im Griff: Nur selten negative Emotionen verspüren oder innere Zweifel hegen
  • Gefahren bewusstmachen: Mache dir bewusst, dass dir viele Gefahren, Risiken oder Probleme zwar nichts ausmachen, diese aber dennoch existieren. Ein tiefer Abgrund bleibt ein tiefer, potenziell tödlicher Abgrund, egal ob du Angst vor ihm hast oder nicht.
  • Rücksicht: Fordere von anderen Menschen nicht die gleiche Unempfindlichkeit, die du hast. Was für dich kein Hindernis darstellt, ist dennoch eines für andere Menschen. Deren Angst oder Probleme sind für diese Menschen sehr real – auch wenn du das nicht so wahrnimmst.
  • Gefühle zeigen: Auf andere wirkst du vielleicht abgeklärt, unnahbar oder emotionslos. Spiele n icht immer den starken Mann oder die starke Frau. Zeige, dass auch an dir nicht alles spurlos vorübergeht und auch du dir ab und zu Sorgen machst, unsicher bist oder Bedenken hast. Diese Gefühle sind menschlich und ganz normal.

  • Vorsichtig: Aufmerksam gegenüber möglichen Problemen und Gefahren sein
  • Psychiater: Gutes Verständnis und Mitgefühl für die Ängste, Sorgen und Probleme seiner Mitmenschen haben
  • Du bist nicht allein: Empfindlichkeit in ihren unterschiedlich starken Ausprägungen betrifft ca. 50 Prozent aller Menschen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, aber auch Männer sind bei Weitem nicht gefeit davor. Empfindlichkeit ist etwas ganz Normales.
  • Langsam machen: Wenn du dich gestresst fühlst, mache langsamer. Reduzieren deine Geschwindigkeit. Überlege, was wirklich wichtig ist und ob es wert ist zu hetzen und sich stressen zu lassen.
  • Selbstkritik vermindern: Sei nicht zu kritisch mit dir selbst. Es ist sinnvoll, ab und zu das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen, aber du sollst dich nicht ständig fertig machen wegen Fehlern oder Dingen, die du nicht ändern kannst. Erinne dich an Erfolge, daran, was du kannst, an deine Stärken. Bitte eine vertraute Person um Hilfe, wenn du wissen willst, ob deine Selbstkritik berechtigt ist. Wenn ja, gehe deine Problempunkte objektiv an, ohne negative Bewertungen. Überdenke negative Ereignisse nicht zu sehr, sondern versuche, damit abzuschliessen.
  • Selbst in die Hand nehmen: Nutze negative Gefühle als Motivation, etwas zu verbessern oder positiv zu verändern. Oft fühlen wir uns als Opfer der Umstände und von aussen gesteuert. Vieles haben wir aber selbst in der Hand und zumindest einen Teil von allem können wir beeinflussen und zum Positiven ändern – insbesondere unsere Reaktion auf diese äusseren Einflüsse. Ändere daher das, was du ändern kannst, zum Positiven.
  • Gefühle ausdrücken: Finde ein Ventil für deine negativen Gefühle. Das kann alles Mögliche sein: Jede Art von Sport, Bewegung in der Natur, Engagement in einem Verein, einer Gruppe oder ein beliebiges anderes Hobby. Viele Menschen nutzen kreative Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Handarbeit, Malen oder Schreiben, um ihre Gefühlszustände zu verarbeiten. Für Künstler ist diese empfindliche Seite sogar oft eine der größten Inspirationsquellen. Du brauchst aber gar nicht extra zum Künstler zu werden: Vielen Menschen hilft es bereits, ihre Gedanken strukturiert aufzuschreiben, sie sozusagen „wegzuschreiben”, z. B. in einem Tagebuch.
  • Darüber sprechen: Rede mit anderen Menschen über deine Sorgen und Probleme und zwar möglichst nicht erst dann, wenn sie bereits erdrückend sind. Ein Gespräch mit einem Freund kann viel helfen. Oft sieht dieser aus der Perspektive eines Dritten mehr positive Aspekte oder Veränderungsmöglichkeiten als du selbst.
  • Schüchternheit: Wenn du dich in Gegenwart anderer Menschen oft nervös und unwohl fühlst, leidest du wahrscheinlich unter Schüchternheit. Tipps dazu findst du im Praxiskapitel zu den Eigenschaften introvertiert/extrovertiert.
  • Kein negatives Ventil: Achte darauf, deine Gefühle nicht auf negative Weise zu verarbeiten. Das beinhaltet Aggressionen gegenüber anderen oder dir selbst und vor allem auch Suchtverhalten, z. B. in Bezug auf Glücksspiele, Computerspiele, Essen oder schädlichen Genussmitteln wie Alkohol und Drogen. Wenn du deine Probleme über Suchtverhalten oder negative Ventile kanalisierst, wird das nichts lösen, sondern zu noch mehr Problemen führen. Suche dir stattdessen ein positives Ventil, eine produktive Beschäftigung um Sorgen oder Druck loszuwerden. Falls du regelmäßig negative Ventile nutzst, lasse dir von Familie und Freunden helfen oder suche dir direkt professionelle Hilfe.
  • Hilfe holen: Wenn du stark unter hoher Empfindlichkeit oder deren Symptomen leidest, zögere nicht und holen dir professionelle Hilfe, die speziell auf dein Problem ausgerichtet ist. Wende dich z. B. an eine Person deines Vertrauens, eine Selbsthilfegruppe oder direkt an einen Arzt. Ein Problem zu haben ist normal und du brauchst dich nicht dafür zu schämen.
  • Termin fürs Grübeln: Nachts im Bett, spät am Abend, wenn Sie gerade Stress oder viel Arbeit haben oder während eines Streits mit dem Partner ist es denkbar ungünstig, über negative Gedanken zu grübeln, zu diskutieren und alles hervorzuholen, was gerade falsch läuft. Sagen Sie sich „jetzt nicht!” und machen Sie mit sich selbst einen Termin zu einer passenderen Gelegenheit, wenn Sie entspannter sind, einen klaren Kopf haben und besser damit umgehen können. Wenn Sie vor lauter Grübeln nicht schlafen können, stehen Sie auf, lenken Sie sich mit einer angenehmen Tätigkeit ab oder bewegen Sie sich und gehen Sie dann nach einer Weile wieder ins Bett.
  • Realitäts-Check: Überlegen dir rational, ob deine Sorgen, Ängste und Probleme tatsächlich so schlimm sind, wie du denkst, oder ob negative Gefühle dich gerade überwältigen. Denke nicht zu viel über diese Probleme nach und stelle dich nicht so häufig selbst infrage. Denn meist ist diese Grübelei übertrieben. Konzentriere dich stattdessen auf Positives.
  • Optimismus: Denke daran, dass sehr negative Phasen in der Regel vorübergehen. Es wird wieder besser und die negativen Gefühle gehen auch wieder vorbei. Das mag im Moment ein schwacher Trost sein, aber vielleicht hilft es, wenn du dir bessere Zeiten ins Gedächtnis rufst.
  • Ausgleich, Ablenkung & Entspannung: Ist dein Kopf voll mit Ärger, Ängsten oder Sorgen? Versuche, ihn zu leeren, und lenke deine Aufmerksamkeit auf positive Dinge.
  • Helfen lassen: Lass dir von anderen helfen, deine negativen Gefühle zu überwinden.

Quelle: http://typentest.de/typentest.de